Menschen
Nr. 35

Zweiter TU-Familientag – Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Herbert Kreuzeder | Büro für Öffentlichkeitsarbeit, Ewa Vesely | Koordinatorin von Vereinbarkeitsagenden

Eröffnung des 2. TU-Familientages: Vizerektorin Anna Steiger, Ewa Vesely, Rektorin Sabine Seidler

Diskussionsrunde „Papa allein zu Haus“

Die Spielecke im Prechtlsaal wurde begeistert genutzt.

Buchpräsentation mit Dagmar Fenninger und Erich Fenninger

Das TU-Orchester begeisterte Klein und Groß

Am 12. Mai 2015 fand der zweite TU-Familientag unter dem Generalthema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ statt.

Im globalen Wettbewerb um die „besten Köpfe“ gewinnen auch an Hochschulen so genannte weiche Faktoren zunehmend an Bedeutung. Aus diesem Grund und um die Verantwortung der TU Wien als Arbeitgeberin wahrzunehmen, werden seit einigen Jahren konsequent Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, um Mitarbeiter_innen adäquate Rahmenbedingungen zu bieten.

Dies beginnt bereits bei der Definition des Begriffs „Familie“: Dieser meint im TU-Kontext alle Gemeinschaften, in denen Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen.

Konkret bot der zweite TU-Familientag drei Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen unter einem gemeinsamen Dach verbunden durch das Ziel „bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

Die strategische Entscheidung, die TU Wien zu einer diversen, familienfreundlichen Institution zu entwickeln, ist längst getroffen. Entsprechende infrastrukturelle Rahmenbedingungen wie der Betriebskindergarten, die TU-Krabbelstube (TUKS), der Kinderleseraum am Getreidemarkt oder der Bereich „TU Kids&Friends“ wurden geschaffen.

Unterstützung bei der Organisation von Sommerbetreuung, der Betreuung in den Semesterferien für Schulkinder, des „BYK (Bring your Kids) Day“ oder die Vernetzungsplattform für pflegende Angehörige sind weitere Maßnahmen, die bereits umgesetzt werden. Bedarf an der Entwicklung von weiteren Maßnahmen besteht weiterhin.

Erst vor ein paar Tagen kam ein Anruf eines Professors, der gerade in Berufungsverhandlungen mit der TU Wien steht.

„Er wollte wissen, welche Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie unsere Universität anbietet“, bestätigt Ewa Vesely, Koordinatorin von Vereinbarkeitsagenden die Nachfrage.

Das war der zweite TU-Familientag

Zum ersten Mal wurde der Familientag gemeinsam mit der Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der TU Wien (HTU) veranstaltet. Die offizielle Begrüßung übernahmen Rektorin Sabine Seidler, Vizerektorin Anna Steiger und der HTU-Vorsitzende Robert Jarczyk. Ein gemeinsames Frühstück aller Teilnehmer_innen bildete den unkomplizierten Start in den Familientag; miteinander ins Gespräch zu kommen war die erste Gemeinschaftsaktion.

Gemäß dem Satz von Janusz Korczak „Der Erzieher ist nicht verpflichtet, Verantwortung für die entfernte Zukunft auf sich zu nehmen – aber er ist voll verantwortlich für den heutigen Tag“ wurde für die kleinsten Besucher_innen eine Spielecke im Prechtlsaal eingerichtet. Die perfekte Betreuung übernahmen die „Flying Nannies“ Theofila und Philipp.

Forum für Eltern und Kinder

Das Forum fand bereits zum fünften Mal an der TU Wien statt und richtet sich speziell an Eltern in Karenz. Diskutiert wurde hauptsächlich die Bedeutung einer familienbewussten Personalpolitik für das TU-Rektorat. Darüber hinaus konnten sich karenzierte Eltern über aktuelle Entwicklungen an der Universität, den Wiedereinstieg in den Beruf, Kinderbetreuungsangebote etc. informieren.

TU-RoadMap

Manuela Vollmann und Dagmar Kavsek-Allinger vom abzAustria stellten die neue TU-RoadMap – den virtuellen One-Stop-Shop mit Informationen rund um die Vereinbarkeitsthematik – vor.

„Papa allein zu Haus

Berichte von vier Vätern mit Karenzerfahrung bildeten einen weiteren Programmpunkt. Die Väter schilderten ihre Erlebnisse und Erfahrungen und dachten laut darüber nach, welche Kompetenzen sie aus dieser Zeit für ihre berufliche Tätigkeit gewonnen haben. Potentielle Karenzinteressente aus dem Publikum nutzten die Gelegenheit, um nachzufragen.

„Vereinbarkeit ist kein Frauenthema, ist aber auch kein Thema, das ausschließlich Eltern mit Kindern betrifft. Im Berufsleben oder im Studium kann in manchen Situationen unsere Life Balance aus den Fugen geraten“, erklärt Vizerektorin Anna Steiger. Unterstützende Angebote seitens der Arbeitgeber_innen seien notwendig und die Universitäten in ihrer Vorreiterrolle besonders gefordert, einen Kulturwandel anzuleiten.

Vereinbaren mit Pflege

Insbesondere das Thema „Vereinbaren mit Pflege“ betrifft immer mehr Beschäftigte aber auch Studierende. Diesem Thema wurde der Nachmittagsblock gewidmet. Erich Fenninger, Herausgeber des Buches „Ich bin wer ich war. Mit Demenz leben“ sprach über die ersten Anzeichen der Krankheit, über den menschenwürdigen Umgang mit Betroffenen und über die Belastung für Pflegende. Dagmar Fenninger, eine der Autor_innen, las Berührendes aus dem Buch vor.

TU-Projekte

Hilda Tellioglu, Forscherin an der TU Wien, sprach darüber, was Informatik für Pflegearbeit leisten könnte und stellte das Projekt TOPIC vor.

Christopher Frauenberger und Katharina Spiel, ebenfalls TU-Forscher_innen, stellten ihr Projekt „OutsideTheBox“ vor und boten in ihrem Vortrag einen kurzen Abriss über die historische Entwicklung des Begriffs Behinderung und welche Auswirkungen die verschiedenen Konzepte von Behinderung auf die Gesellschaft und das Leben von Menschen mit Behinderung haben.

Am Ende: Ein Regenbogen

Den Abschluss des zweiten TU-Familientags gestaltete ab 15 Uhr die Kammerensembles des TU-Orchesters. Besucher_innen ab vier Jahren wurden zu einer musikalischen Reise in den Kuppelsaal eingeladen. „Der musikalische Regenbogen“ begeisterte Groß und Klein, gemeinsam wurde musiziert und getanzt. Bei Kaffee und Kuchen klang der Tag aus, die gesammelten Eindrücke wurden geteilt und diskutiert.

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