Campus
Nr. 48

Wiedereingliederungsteilzeit an der TU Wien

Heidemarie Pichler | Personalentwicklung und Betriebliche Gesundheitsförderung

Dr. Irene Dialer, Expertin des Arbeitsmedizinischen Dienstes (AMD)

2017 wurde in Österreich die Wiedereingliederungsteilzeit (WIETZ) eingeführt. Diese bietet Mitarbeiter_innen nach längerem Krankenstand die Möglichkeit zu einem sanfteren Wiedereinstieg in den Berufsalltag.

Durch die Herabsetzung der Arbeitszeit bzw. Änderungen in der Arbeitsorganisation (Wegfall besonders belastender Aufgaben) soll der Arbeitsplatz entsprechend angepasst werden. Die Kosten für den Verdienstentgang werden dabei von der Krankenkasse teilweise ausgeglichen.

Auch die TU Wien bietet den Mitarbeiter_innen bei Vorliegen der Voraussetzungen diese Option an. Wir haben Dr. Irene Dialer, Expertin des Arbeitsmedizinischen Dienstes (AMD) gebeten, einige Fragen zu beantworten, um das Thema  greifbarer zu machen.

Was sind typische Anwendungsfälle für die WIETZ?

Die WIETZ empfiehlt sich als sanfter Wiedereinstieg nach unterschiedlichen Krankheiten mitphysischer oder psychischer Ursache. Besonders nach Krebserkrankungen, schweren Verletzungen, Depressionen oder Burn-out-Syndrom kann die WIETZ zu einer nachhaltigen Verankerung im Arbeitsleben beitragen.

Was bringt mir die WIETZ als Mitarbeiter_in?

In erster Linie bringt sie verschiedene Erleichterungen für die Mitarbeiter_innen, sei es durch Anpassung des Arbeitsplatzes (Beispiel: Spezialsessel), durch organisatorische Veränderungen (Beispiel: weniger Kunden-/ Studentenkontakt) oder durch das reduzierte Arbeitspensum. Gleichzeitig werden finanzielle Einbußen, die durch die Stundenreduktion entstehen würden, durch das Wiedereingliederungsgeld der Sozialversicherung abgefedert.

Welche Rolle hat die Arbeitsmedizin?

Die Arbeitsmedizin begleitet den gesamten Prozess der Wiedereingliederung, vom unverbindlichen Informationsgespräch, über das Erstellen eines individuellen Wiedereingliederungsplans und die gemeinsame Besprechungen mit dem Vorgesetzten, bis hin zur regelmäßigen Betreuung in Form von Gesprächen über die gesamte Dauer der Wiedereingliederung.

Welche Erfahrung gibt es bereits?

Wir sehen, dass Mitarbeiter_innen nach längerem Krankenstand oft noch nicht voll belastbar sind. Bisher hat es dann keine andere Möglichkeit gegeben, als im Krankenstand zu bleiben. Die WIETZ macht es nun möglich, schrittweise ins in vielerlei Hinsicht bereichernde Arbeitsleben zurückzukehren, ohne überfordert zu werden. Durch den engen Kontakt zum/r Mitarbeiter_in ist es auch möglich, frühzeitig auf auftretende Probleme zu reagieren. Aus meiner Beobachtung sind die Mitarbeiter_ innen mit den neuen Möglichkeiten der WIETZ sehr zufrieden, und auch wir von der Arbeitsmedizin können dieses Modell nur befürworten.

Kontakt Arbeitsmedizinischen Dienst TUW

Sollten Sie daran Interesse oder Fragen dazu haben, bitten wir Sie, mit dem Arbeitsmedizinischen Dienst der TU Wien, Dr. med. Irene Dialer Kontakt aufzunehmen:

irene.dialer@tuwien.ac.at, 01/58801 DW 400654

Weitere Informationen finden Sie auch unter:

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