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Nr. 44

Vereinbarkeit 4.0 – Neue Wege für familiengerechte Hochschulen?

Judith Malkowski | Best-Practice Club

Am 14. und 15. September 2017 war die TU Wien Gastgeberuniversität der ersten Jahrestagung des Best Practice-Clubs „Familie in der Hochschule“ außerhalb Deutschlands. 13 Hochschulen, davon vier weitere österreichische, unterzeichneten die Charta „Familie in der Hochschule“ an der TU Wien

Der Zusammenschluss zählt nun 101 Mitgliedseinrichtungen. Die diesjährige Jahrestagung fand zum ersten Mal in der Geschichte des Clubs nicht in Deutschland statt.

Ewa Vesely, Vereinbarkeitsbeauftragte der TU Wien, dazu:
„In diesem Jahr ist es uns gelungen die Jahrestagung des Best Practice-Clubs ‚Familie in der Hochschule‘ an die TU Wien zu holen, was mich als Angehörige dieser Universität besonders freut. Das Interesse der österreichischen Universitäten an dieser Tagung lässt hoffen, dass immer mehr österreichische Hochschulen motiviert sind im internationalen Best Practice Club mitzuwirken und konsequent bedarfsorientierte Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Familie und Wissenschaft oder Beruf gemeinsam zu entwickeln. Die entsprechenden nationalen Rahmenbedingungen, besonders das österreichische interuniversitäre Netzwerk UniKid-UniCare Austria, die Gleichstellungspläne und die Möglichkeit, Vereinbarkeitsbeauftragte an jeder Universität zu etablieren, wirken hierfür unterstützend und sichern die Nachhaltigkeit der Maßnahmen.“

Eröffnet wurde die 4. Jahrestagung von Sabine Seidler, Rektorin der TU Wien, und Familienministerin Sophie Karmasin.

Inhaltlich widmete sich die Tagung „Vereinbarkeit 4.0 – Neue Wege für familiengerechte Hochschulen?“ den Chancen und Herausforderungen, die Mobilität und Digitalisierung für die Familienorientierung von Hochschulen bedeuten. Neue Arbeitsformen sowie die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort gelten bereits jetzt als wesentlicher Bestandteil der neuen Vereinbarkeit und lösen die Grenze zwischen Familienaufgaben und Arbeitswelt bzw. Studium mehr und mehr auf.

Der zweite Veranstaltungstag war den Clubmitgliedern vorbehalten, die sich mit strategischen Fragen auseinandersetzen. In diesem Jahr wurde neben der inhaltlichen Bearbeitung – besonders von Mutterschutz, Gesundheitsförderung, familienorientierten Studienbedingungen und Internationalisierung – die Organisation der Zusammenarbeit der großen Mitgliederzahl diskutiert. Die Hochschulinitiative verfügt bereits über weitreichende Erfahrungen, wie Digitalisierung und gute Routinen um eine enge kollegiale Zusammenarbeit befördern. Damit kann der Best Practice-Club „Familie in der Hochschule“ selbst als gutes Umsetzungsbeispiel für eine orts- und zeitunabhängige Arbeitsweise stehen.

Die Charta „Familie in der Hochschule“ wurde im Januar 2014 veröffentlicht und setzt hohe Maßstäbe an die Familienorientierung. Die Hochschulleitungen bringen mit der Unterzeichnung der Charta ihr Engagement und ihre Verantwortung für mehr Familienorientierung an ihrer Hochschule zum Ausdruck und vernetzen sich im Best Practice-Club „Familie in der Hochschule“. Sie verstehen sich als Vorreiter_innen bei der gesellschaftlichen Entwicklung hin zu mehr Familienorientierung und Wertschätzung von Vielfalt. Sie sehen Familienorientierung als Teil des Hochschulprofils und stehen zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als Bildungs- und Lebensorte, an denen die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Wissenschaft mit Familienaufgaben gelebt wird und selbstverständlich ist.

Die Charta „Familie in der Hochschule“ wird als Strategieentwicklung zu einer nachhaltigen Chancengerechtigkeit und Familienorientierung in der Wissenschaft vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) unterstützt.


 

Weitere Informationen:

www.familie-in-der-hochschule.de

Fragen von Interessierten österreichischen Universitäten beantworten folgende Ansprechpersonen:

Fragen zur Arbeit des Best Practice-Clubs beantworten folgende Ansprechpersonen:

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