Forschung
Nr. 38

Unsere Stromnetze brauchen einen Paradigmenwechsel

Florian Aigner | Büro für Öffentlichkeitsarbeit

Unsere Stromnetze werden sich ändern müssen.

Unsere Stromnetze sind historisch gewachsen. Große Teile stammen aus Zeiten, in denen die Anforderungen an die Stromverteilung noch ganz anders waren als heute. In Zukunft soll die Stromerzeugung weiter dezentralisiert werden, Alternativenergie-Anbieter sollen Energie ins Stromnetz einspeisen. Bis hinunter auf die Ebene einzelner Haushalte sollen Stromerzeuger und Energiespeicher eingebunden werden. Es gibt unterschiedliche Versuche, unser Stromnetz an diese Herausforderung anzupassen, doch keiner von ihnen löst alle Probleme nachhaltig. Die Elektrotechnikerin Albana Ilo vom Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe ist überzeugt, dass man sich nicht mit Notlösungen zufriedengeben darf. Sie hat die Grundkonzepte des Stromnetzes ganz neu überdacht und präsentiert nun „LINK“ – ein neues Smart-Grid-Paradigma, das unser Stromnetz zukunftstauglich machen soll. LINK organisiert die Verwaltung von Netzen, Stromerzeugern, Stromspeicher-Einrichtungen und Verbrauchern neu, indem das Gesamtsystem in wohldefinierte Einheiten („Links“) aufgeteilt wird, die jeweils über ein eigenes Steuersystem verfügen und wohldefinierte Schnittstellen zu benachbarten Einheiten haben. Das soll eine bessere, einfachere und automatisierte Energiewirtschaft ermöglichen, für mehr Sicherheit sorgen und Datenschutzprobleme lösen.

Details

Bild: © Dirk Ingo Franke, CC 3.0

Schreibe einen Kommentar