Lehre
Nr. 34

Universität aktiv mitgestalten

Herbert Kreuzeder | Büro für Öffentlichkeitsarbeit

Fachschaften- und Referatetreffen

Von 19. bis 21. Mai wählen die Studierenden wieder ihre VertreterInnen. Abgesehen von den biennalen ÖH-Wahlen gibt es an der TU Wien noch weitere Möglichkeiten der studentischen Mitbestimmung.

Universität ist die Gemeinschaft von Lehrenden, Lernenden und Administration. Die Rahmenbedingungen, die unseren gemeinsamen Alltag prägen, beruhen einerseits auf gesetzlichen Vorgaben. Andererseits hat sich an der TU Wien eine Kultur für Partizipationsmöglichkeiten der einzelnen Kurien entwickelt. Mit über 28.000 Personen sind die Studierenden hier die größte Gruppe.

Aktive Einbindung in TU-Prozesse ermöglicht es Studierenden also ihr Studienumfeld tatsächlich mitzugestalten. Realisiert wird dies durch das auf den ÖH-Wahlen basierende Vertretungssystem, das sich in den etablierten Strukturen der HTU und Fachschaften ausdrückt.

Konkrete Beispiele für studentische Mitbestimmung sind:

  • Zweckwidmung Studiengebühren
    Das Universitätsgesetz schrieb in den Jahren 2005 bis 2013 vor, dass die eingehobenen Studiengebühren den Universitäten direkt zugutekommen müssen. Diese wurden mittels einer Abstimmung durch die Studierenden, die diese bezahlt haben, zweckgewidmet. Mindestens fünf Kategorien, davon mindestens zwei von Studierendenseite, müssen zur Auswahl stehen. Ober- und Untergrenzen für die einzelnen Bereiche wurden vom Rektorat festgelegt, um eine Über- oder Unterfinanzierung zu verhindern.
    Die Abstimmung ist seit 2013 nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben, die Kategorien werden vom Senat bestimmt. Eine Arbeitsgruppe – besetzt mit einer Person aus der ProfessorInnen-Kurie, einer aus dem wissenschaftlichen Personal und zwei Studierenden – entwickelt die Kategorien. Im Lauf der Jahre hat sich folgende Verteilung etabliert:
    Soziales und Beratung | Hörsäle und Seminarräume | Laborausstattung | Infrastruktur | Lehrveranstaltungen | Konkrete Studienunterstützung | International | Ausbau des Angebotes von Softskills | Tutorien | Förderung von eLearning und eTeaching-Methoden | Schaffung von Lernräumen für Studierende | Ankauf von Lehrbüchern
  • Akademische Gremien
    Viele Entscheidungen an der TU werden im Sinne der Partizipation in Gremien getroffen. Ob dies die Erstellung von Studienplänen ist, die Berufung von ProfessorInnen oder die Wahl der Rektorin/des Rektors – in jedem zuständigen Gremium sind auch Studierende vertreten und entscheiden mit.
    Aktuelle Gremien sind der Senat (26 Mitglieder/davon 6 StudierendenvertreterInnen), die Fakultätsräte (18/4), Berufungs- (9/2), Habilitations- (9/2) und Studienkommissionen (12/4 oder 6/2).
  • Fachschaften: Die Studienvertretungen
    Eine Fachschaft besteht aus den offiziell gewählten StudienvertreterInnen und weiteren Personen, die die Studierendeninteressen gegenüber der Fakultät/Universität vertreten. Die ehrenamtliche Arbeit besteht aus gesetzlich vorgegebenen Tätigkeiten und zusätzlichen Serviceangeboten. Stellungnahmen zu studienrechtlichen Änderungen sind z.B. definierter Auftrag. Einen großen Teil der „offiziellen“ Aufgaben macht die Gremienarbeit aus. Ob Studienpläne oder Besetzungen – durch die jeweilige Stimmaufteilung haben Studierende entscheidenden Einfluss auf ihr Studienumfeld.
    Auch im Bereich Studieninformation gibt es zahlreiche Aktivitäten – von der Inskriptionsberatung über mitgestaltete Fakultätsveranstaltungen wie Tag der offenen Tür bis hin zu den Erstsemestrigentutorien.
    Darüber hinaus bieten viele Fachschaften Services wie Skripten, Prüfungssammlungen bis hin zu Teeküchen und Lernräumen an.
  • Die HTU als Dach
    Als Dach aller Fachschaften und zentrale Anlaufstelle fungiert die Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der TU Wien (HTU). Hier sind auch zusätzliche Referate angesiedelt. Zur Koordination wurde Mitte der 1980er Jahre das Fachschaften- und Referatetreffen ins Leben gerufen.
    Sinn und Zweck der regelmäßigen Treffen sind, den internen Informationsfluss am Laufen zu halten, gemeinsam zu diskutieren und ein breites Meinungsbild zu bekommen. Informationen aus allen Terminen mit dem Rektorat, Dienstleistungseinrichtungen u.ä. werden hier verteilt, besprochen und diskutiert. Basierend darauf findet eine Entscheidungsfindung statt, deren Ergebnis z. B. vom Vorsitzteam gegenüber der Universität, dem Ministerium usw. als Standpunkt der TU-Studierenden kommuniziert wird.

„Jeder und jede Studierende an der TU Wien kann über seine/ihre Fachschaft in die Geschehnisse auf der HTU Wien eingreifen und diese mitbestimmen – und soll das auch tun“, fasst Robert Jarczyk vom HTU-Vorsitzteam zusammen.

Bild: © Anna Klampfer

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