Lehre
Nr. 48

Rückblick zum Tag der Lehre 2018: E-Assessment – Mehrwert und Einsatzfelder

Catherina Purrucker | Vizerektorat Studium und Lehre

Der mittlerweile 7. Tag der Lehre widmete sich dem Thema „e-Assessment“.

Mehr als 100 Teilnehmer_innen der TU Wien und anderer österreichischer Hochschulen beschäftigten sich mit der Fragestellung wie e-Assessment eingesetzt werden kann und welchen Mehrwert sich Lehrende (und Studierende) davon erwarten können.

In seiner Eröffnungsrede betonte Vizerektor Matyas, dass e-Assessment angesichts steigender Studierendenzahlen und zunehmender Digitalisierung in der Lehre ein sehr interessantes und relevantes Thema ist, das durchaus näher beleuchtet werden sollte. Matyas führte auch aus, dass in Zukunft Prüfungen im Rahmen der Lehrveranstaltungsevaluierung gesondert berücksichtigt werden.

Prüfungen aus lerntheoretischer Sicht

Die erste Keynote des Tags der Lehre widmete sich der lerntheoretischen Betrachtung von Prüfungen. Richard März von der Medizinischen Universität Wien führte darin aus, dass die Schaffung und Ausgestaltung eines neuen, zentralisierten Prüfungssystems – neben der Integration der Fächer – ein wesentlicher Grund dafür war, dass die durchschnittliche Studiendauer in der Medizin um ca. 20% bzw. zwei Jahre gesenkt werden konnte. Wesentliche Faktoren dabei waren, dass die Zahl der Prüfungen gesenkt, die Verantwortung für Qualität und Durchführung von den einzelnen Lehrenden an spezielle Verantwortliche übertragen und die Qualitätskriterien an internationale Standards angeglichen wurde. Im zweiten Teil arbeitete Gottfried Csanyi den entscheidenden Unterschied zwischen formativem und summativem Assessment heraus. Während ersteres wichtig und förderlich für die Steuerung des Lernprozesses in die gewünschte Richtung ist, stimulieren notenrelevante Prüfungen und Aktivitäten Studierende dazu, strategisch den Weg zu ermitteln, der den größten Prüfungserfolg mit geringstmöglichem Zeitaufwand gewährleistet – inklusive Schummeln und Hasardieren. Daher sprach er auch vor diesem Hintergrund die Empfehlung aus, die Häufigkeit von summativen (= notenrelevanten) Prüfungen zu reduzieren, dafür aber mehr formative (= lernrelevante) Self-Assessments anzubieten.

„Was kann e-Assessment? Mit welchen Tools?“

In der zweiten Keynote berichtete Antonia Bonaccorso vom Umgang der ETH Zürich mit online Prüfungen und zeigte Möglichkeiten und Grenzen von e-Assessment auf. An der ETH Zürich wurde die Durchführung von online Prüfungen an eine zentrale Einrichtung übertragen, das „Service OP“ (Service Online Prüfungen), die zeitgleich mehr als 250 Prüfungen abnehmen kann.  Somit sind die Departments und Lehrenden zwar für die inhaltliche Gestaltung zuständig, aber nicht mit der technischen und organisatorischen Abwicklung befasst.

Methodenmarkt

Der inhaltliche Kern des Tags der Lehre bestand dann aber im zweistündigen Methodenmarkt mit fünf Themenständen: MCQ professional; Peer Review; Formatives Assessment; Automatische Lösungs-/Code Evaluierung sowie Barrierefreiheit & Diversity. Die angebotenen Informations- und Gesprächsmöglichkeiten stießen bei den Teilnehmer_innen auf reges Interesse.

Die Diskussion zum 7. Tag der Lehre kann im TUWEL-Kurs fortgesetzt werden (https://tuwel.tuwien.ac.at/course/view.php?id=12983). Er bietet auch allen Lehrenden der TU Wien die Möglichkeit, über ihre eigene Praxis und die dabei gemachten Erfahrungen zu berichten. Dafür wird der Kurs, der auch alle Präsentationen, Videos und weiterführende Informationen beinhaltet, für die Selbsteinschreibung geöffnet.

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