Lehre
Nr. 36

REFUGEES WELCOME @ TU WIEN

Herbert Kreuzeder | Büro für Öffentlichkeitsarbeit

Die Technische Universität Wien ist eine weltoffene Universität, deren Angehörige in dem Bewusstsein leben, dass Universitäten des 21. Jahrhunderts Teil einer global vernetzten und in politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zusammenhänge eingebundenen internationalen Gemeinschaft sind.

Das Leitbild „Technik für Menschen“ steht auch für das Selbstverständnis weltweite Zusammenhänge und Probleme zu erkennen, Solidarität zu leben und Verantwortung zu übernehmen. Im Zuge der jüngsten Entwicklungen rund um die Situation von Flüchtlingen wurden zahlreiche Aktionen aus dem Haus gestartet. Studierende, Lehrende und allgemeines Personal haben selbstorganisiert konkrete Hilfs- und Unterstützungsangebote geschaffen.

Ziel all dieser Initiativen: Hilfe, die direkt ankommt, Projekte, die sofort umgesetzt werden.

TUW aktiv

„welcome.TU.code“ war eine der ersten Initiativen an der TU Wien und startete bereits Anfang des Sommers. Ein Team aus Studierenden und Lehrenden der Fakultät für Informatik bot unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen Informatik-Kurse an. „Uns war es wichtig, ein Zeichen zu setzen und die Jugendlichen in Österreich willkommen zu heißen“, begründet Hannes Werthner, einer der Initiatoren der Sommerkurse. Kathrin Conrad, Studentin und Vertreterin der Fachschaft Informatik, ergänzt: „Wir wollten im Rahmen unserer Möglichkeiten zeigen, dass Integration auch anders funktionieren kann.“
Zahlreiche weitere Initiativen von Sammelaktionen über Ausstellungen bis Laborübungen für Flüchtlinge folgten. Eine Übersicht finden Sie unter http://www.tuwien.ac.at/refugeeswelcome

Gemeinsame Initiative der uniko

Die österreichische Universitätenkonferenz (uniko) hat die Initiative MORE gegründet, um die Angebote der Universitäten gebündelt darzustellen. Asylwerber_innen und Asylberechtigte können Vorlesungen und Seminare an österreichischen Universitäten besuchen und finden dort auch Gelegenheit, ihr Wissen und ihre Sprachkenntnisse weiterzugeben. MORE versteht sich als Austauschprozess und wechselseitige Bereicherung, es reduziert die Menschen nicht zu Empfänger_innen von Hilfsleistungen. In einer weiteren Projektphase ist eine Art No-Border-Academy geplant, in der Asylsuchende und Asylberechtigte ihr Wissen in Form von Vorträgen, Seminaren usw. weitergeben können. An der TU Wien sind alle Fakultäten mit unterschiedlichen Lehrveranstaltungen vertreten. Den aktuellen Überblick finden Sie unter http://www.tuwien.ac.at/refugeeswelcome

Konkrete Umsetzung

Für Studierende der MORE-Initiative wurde eine eigene Studienkennzahl eingerichtet. Außerdem fallen keine Kosten an, da auf Beschluss der Bundes-ÖH kein ÖH-Beitrag eingehoben wird und nach Rektoratsentscheid auch kein Studienbeitrag verlangt wird.
Erste Anlaufstelle für Interessent_innen an der TU Wien ist die Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der TU Wien (HTU). Zur Unterstützung der künftigen MORE-Studierenden wird ein eigenes Buddy-System eingerichtet. Freiwillige, egal ob Studierende oder Mitarbeiter_innen, werden noch gesucht.
Sprach- und Wissenserwerb stehen im Vordergrund, aber auch Unterstützung beim Knüpfen neuer Sozialkontakte oder der konkreten Inskription an der TU Wien sind vorgesehen.
Der Vorstudienlehrgang der Wiener Universitäten (VWU) bietet zudem dreimal wöchentlich zusätzliche Deutschkurse an, die Lehrenden unterrichten freiwillig und ohne Entgelt.

Link-Tipps:
MORE-Initiative
HTU-MORE-Info
TUW-Initiativen im Überblick
MORE-Buddynetwork

Bild: © Markuks Juergens | Pixelio

Schreibe einen Kommentar