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Nr. 44

Porträt: Stefanie Taibl, Senior Scientist und Eishockeyspielerin

Andreas Guzei | Büro für Öffentlichkeitsarbeit

Stefanie Taibl vom Institut für Chemische Technologien und Analytik der TU Wien kann auf eine beachtliche Spielerinnenlaufbahn zurückblicken, mit mehreren Staatsmeistertiteln und Einsätzen im Damennationalteam. Zurzeit spielt sie beim Wiener Hobbyverein EHV Vienna City Hurricanes.

Begonnen hat alles im Alter von 13 Jahren in der Nähe eines Einkaufszentrums in St. Pölten. „Dort gibt es das Einkaufszentrum Traisenpark, damals noch mit angeschlossener Eishalle. Eines Tages sind wir zufällig vorbeigegangen und haben gesehen, wie Kinder dort Eishockey spielen. Mein Vater war gleich ganz begeistert, weil er früher auch Eishockey gespielt hatte. Er meinte, das wäre doch was für meinen Bruder“, erzählt Stefanie Taibl. So begann zunächst ihr um drei Jahre jüngerer Bruder in St. Pölten Eishockey zu spielen. Kurze Zeit später hatte aber auch sie die Begeisterung für den Sport gepackt. „Das war damals nicht so, dass die Mädels das auch machen. Wir haben aber dann dort einfach gefragt, ob das möglich ist und ich habe dann schließlich in der gleichen Altersstufe wie mein Bruder zu trainieren begonnen.“

Stefanie Taibl spielte danach jahrelang  bei Jugendmannschaften in St Pölten und Krems. In dieser Zeit fällt auch der Wechsel in eine Wiener Damenmannschaft. Mit den EHV Sabres gewann sie mehrmals den Staatsmeistertitel und hatte mehrere Einsätze im damals neu gegründeten Damennationalteam. „Wir waren viel unterwegs. Während der Schulzeit war das schon ziemlich stressig, aber sehr cool. Wir sind viel herumgekommen.“ Nach der Matura studierte sie Technische Chemie an der TU Wien. Sport und Studium war dann aber schwer unter einen Hut zu bringen. „Während des Studiums habe ich Eishockey eher wieder mehr als Hobby betrieben.“ In Wien hat sie schließlich ihr jetziges Team gefunden – eine fast reine Herrenmannschaft – mit drei Damen. „Ich war es von Anfang an gewöhnt, mit Männern zusammen zu spielen und habe dabei gelernt, auch eine gewisse Hartnäckigkeit an den Tag zu legen.“

In den letzten Jahren haben aber immer mehr Mädchen und Frauen den Weg in diesen Sport gefunden. „Es ist schön zu sehen, dass der Sport für Frauen zugänglicher geworden ist und dass sich immer mehr junge Mädchen auch dafür interessieren. Als ich früher ein paar Mal im Nationalteam gespielt habe, hat sich das ganze erst herausgebildet, es steckte alles noch in den Kinderschuhen. Jetzt haben wir bei den Damen ein fixes Nationalteam und ein U20-Team. Daran sieht man auch, dass die Anzahl der Frauen im Sport seit damals deutlich gestiegen ist. Es gibt auch immer mehr österreichische Spielerinnen im Ausland, die mit dem Sport ihr Geld verdienen können.“

Der schönste Erfolg in Stefanie Taibls Spielerinnenlaufbahn?  Ihr erster Staatsmeistertitel 2003 mit der Wiener Damenmannschaft, den Sabres. „Das war schon etwas besonders… wenn du dann diese Medaille überreicht kriegst, kannst du sagen, du bist tatsächlich dabei gewesen und hast den Erfolg mitgetragen.“

Stefanie Taibl ist dem Sport bis heute treu geblieben. Hobbymäßig spielt sie bei den EHV Vienna City Hurricanes und trainiert dort mindestens einmal die Woche. „Es ist ein guter Ausgleich zu dem vielen Sitzen bei einem Bürojob.“ Es ist aber vor allem auch der Teamgeist, den Stefanie Taibl an diesem Sport so schätzt: „Am Eis ist es immer sehr ernst, auch im Training. Da wird oft Kritik geübt, wenn etwas nicht funktioniert. Wenn man dann aber vom Eis runter geht, dann ist es aber sofort wieder reine Freundschaft und Kameradschaft. Böses Blut gibt es einfach nicht.“

© Fabian Orner

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