Forschung
Nr. 50

Der Mehrwert von ORCID für Wissenschaftler_innen

Paloma Marín Arraiza | TU Wien Bibliothek

Mehr als sechs Millionen Wissenschaftler_innen weltweit benutzen eine ORCID iD. Dabei handelt es sich um einen Code zur eindeutigen Identifizierung von Forschenden. Seit Jänner 2019 ist die TU Wien Bibliothek Mitglied von ORCID und koordiniert zudem die Aktivitäten von ORCID Austria.

Was ist ORCID?

ORCID ist ein Non-Profit-Unternehmen, das eine offene und interoperable Identifizierung bietet. ORCID vergibt seit 2012 die sogenannten ORCID iDs. Das ist eine 16-stellige Kennung, für die sich Forschende kostenlos registrieren können. Die ORCID iD ermöglicht Forschenden die stabile und eindeutige Zuordnung ihrer Publikationen (sowie weiterer Informationen) zu Ihrer Kennung.

ORCID und die Benutzung von ORCID iDs werden von zahlreichen Akteur_innen im Wissenschaftsbetrieb (Universitäten, Forschungseinrichtungen, Forschungsförderer, Verlage, Forschungsgesellschaften und Start-ups) unterstützt.

Mehr dazu im Video:

Quelle: Alice Meadows & Laurel Haak. (2019). The Value of Using Unique Identifiers for Researchers [Poster]. https://doi.org/10.23640/07243.7653221.v1

 

Welche Vorteile hat eine ORCID iD für Forschende?

Durch eine ORCID iD können Forschende immer eindeutig identifiziert und Namensverwechslungen ausgeschlossen werden. Auch die falsche oder fehlende Zuordnung von Publikationen bei verschiedenen Namensvarianten oder bei Namenswechsel einer Person wird so vermieden. Die ORCID iD ist von Arbeitgeber_innen, Forschungsbereichen und Land unabhängig.

Kurzum: Durch eine ORCID iD können alle Werke, Affiliationen, Förderprojekte und weitere Aktivitäten einer wissenschaftlichen Karriere – wie Tätigkeiten als Gutachter_in einer wissenschaftlichen Zeitschrift – eindeutig einer Person zugeordnet und dauerhaft aufgefunden werden.

Die so referenzierten Publikationen und weiteren Aspekte wissenschaftlicher Tätigkeit sind im sogenannten ORCID-Record einer Person auffindbar. Informationen, z.  B. zu einer neuen Publikation, werden grundsätzlich von den Forschenden eintragen. Die Daten können dabei manuell eingetragen oder automatisch aus Datenbanken (wie BASE, Crossref oder DataCite) importiert werden. Forschende können sich dabei durch vertrauenswürdige Partner_innen („trusted party“) unterstützen lassen: Für TU-Mitarbeiter_innen kann etwa die TU Wien eine solche Partnerin sein. Auf diese Weise können Forschende beim Verwalten ihrer Publikationsliste oder bei Antragstellungen Zeit sparen.

Zentral ist dabei der nutzergesteuerte Charakter von ORCID. Er garantiert, dass die Kontrolle über die Zugriffs- bzw. Bearbeitungsberechtigungen auf Inhalte ihres ORCID-Records immer bei den Forschenden selbst liegt.

Wie garantiert ORCID die Datensicherheit?

ORCID hat sich an die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) angepasst und legt höchsten Wert auf den Datenschutz. Darüber hinaus basieren die Datenschutzpraktiken von ORCID auf drei Ebenen der Offenheit und des Schutzes persönlicher Daten: Forschende können immer selbst kontrollieren, welche Informationen mit welcher Zugänglichkeit versehen werden: „everyone – public“, „trusted – limited access“ oder  „only me – private“; siehe Abbildung).

Quelle: ORCID Privacy Policy

ORCID an der TU Wien

Die TU Wien ist seit Jänner 2019 Mitglied bei ORCID. Diverse Services der TU Wien können so mit ORCID verschränkt werden.

Als erstes wird TISS die ORCID iD unterstützen. Informationen können dann – wenn von den Forschenden aktiv eingestellt – zwischen beiden Systemen synchronisiert werden, um den manuellen Aufwand beim Verwalten der ORCID-Records zu minimieren und gleichzeitig die Verwendung der ORCID iD zu fördern. Ab Herbst 2019 sollen regelmäßige Workshops den Nutzen der ORCID iD für Studierende und Forschende vermitteln und sie beim Management ihrer ORCID-Records unterstützen.

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