Forschung
Nr. 43

Österreichs Brücken: Oft besser als gedacht

Florian Aigner | Büro für Öffentlichkeitsarbeit
43_F_Splitter Betonbruecke

Patrick Huber und Tobias Huber beim Experiment

Alte Brücken nach neuen Normen zu beurteilen ist schwierig. Untersuchungen der TU Wien zeigen: Viele Brücken sind deutlich stabiler als gedacht, teure Sanierungen sind oft unnötig.

Es ist eine Entscheidung, die mit sehr hohen Kosten verbunden sein kann: Welche Brücken müssen in nächster Zeit saniert werden, und welche befinden sich noch in gutem Zustand? Viele Spannbetonbrücken in Mitteleuropa wurden in den 1950er und 1960er-Jahren gebaut. Die Brückenbautechnik hat sich seither geändert, die Normen ebenfalls – aber das bedeutet noch lange nicht, dass diese Brücken unsicher sind.

An der TU Wien wurde nun die Tragfähigkeit von Spannbetonbrücken mit Hilfe großangelegter Experimente und Modellrechnungen genau untersucht. Dabei zeigte sich, dass aktuelle Normen das Tragvermögen der Brücken oft deutlich unterschätzen. Die Brücken sind robuster als gedacht, teure Sanierungen kann man sich daher in vielen Fällen sparen.
Die neuen Erkenntnisse sollen in neue österreichische Normen einfließen. Die internationale Betonbau-Gesellschaft fib (Fédération internationale du béton) zeichnete nun Patrick Hubers Dissertation über die Tragfähigkeit von Spannbetonbrücken aus, die er bei Prof. Johann Kollegger vom Institut für Tragkonstruktionen der TU Wien geschrieben hatte.

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