Campus
Nr. 38

Im Focus: Frauen an der TU Wien

TU|frei.haus-Redaktion

„Call for Professorinnen“: Diese TU Wien-Fakultäten bekommen Verstärkung

Das Rektorat der TU Wien rief in einem internen Wettbewerb die acht Fakultäten auf, nachhaltige Gleichstellungskonzepte vorzulegen. Der Preis: Zwei Professuren und zwei Laufbahnstellen für Frauen. Die Sieger: Die Fakultäten für Bauingenieurwesen, Informatik, Maschinenwesen und Betriebswissenschaften sowie Technische Chemie.

Am 23. Februar 2016 entschied das Rektoratsteam unter Einbeziehung der Abteilung Genderkompetenz über die eingereichten Konzepte und hat den Fakultäten für Bauingenieurwesen und Technische Chemie je eine Professur, sowie den Fakultäten für Informatik und Maschinenwesen und Betriebswissenschaften je eine Laufbahnstelle zuerkannt. Innovation und Kreativität spielen in den Technikdisziplinen nicht nur beim Forschen und Lehren, sondern auch beim strategischen Management dieser Aufgaben eine wichtige Rolle. „Es war grundsätzlich erfreulich zu sehen, wie die Fakultäten versucht haben, die Forderung nach einem nachhaltigen, strategischen Konzept umzusetzen. Die Prämierten zeichnen sich insbesondere durch ihre Verankerung in der Fakultät und ihre zumindest mittelfristige, teilweise auch langfristige Perspektive aus“, erläutert Rektorin Sabine Seidler ihre Strategie und Entscheidungsgrundlage.

Nachlese

Wider die Klischees – TU-Frauenpreis 2016

Um das Klischee der Männerdomäne Technik aufzubrechen, hat sich die TU Wien 2015 entschieden, mit dem Frauenpreis erfolgreiche Role Models vor den Vorhang zu holen. Mit Clara Schuecker, Professorin an der Montanuniversität Leoben, ehrte die TU Wien am 3. März 2016 zum zweiten Mal eine Absolventin, deren Berufsbiographie Schülerinnen und Studentinnen in ihrer Berufsplanung inspiriert und die ein greifbares Vorbild ist.

Die Preisträger_innen des Wettbewerbs für die Skulptur zum Frauenpreis sind Helene Schauer, die den 1. Platz gewann, sowie auf Platz 2 ex-aequo Hannes Hilpold und Ivan Jakarić.

Erleichterter Wiedereinstieg nach Karenz für Projektassistentinnen

Obwohl Universitätsassistentinnen und Projektassistentinnen gleichermaßen an der TU Wien angestellt sind, gelten im Falle von Schwangerschaft und Karenz sehr unterschiedliche Regelungen. Schuld daran sind unterschiedliche gesetzliche Bestimmungen, denen die jeweiligen Anstellungsverhältnisse unterliegen. Während Universitätsassistentinnen ihren Vertrag für die Zeit von Mutterschutz und Karenz „unterbrechen“ und danach für die restliche Laufzeit des Vertrages fortsetzen können, endet ein Projektvertrag ungeachtet der Umstände immer wie im Vertrag festgesetzt. Mutterschutz und Karenz bewirken hier keine Unterbrechung mit Verlängerung des Vertrages um die entsprechende Zeit. Um diese Problematik zu entschärfen und auch den Nachwuchswissenschaftlerinnen auf Projektstellen bessere Vereinbarkeit von Familienplanung und wissenschaftlicher Tätigkeit zu ermöglichen, wurde die „Richtlinie des Rektorates zur Erleichterung des Wiedereinstiegs für wissenschaftliche Projektassistentinnen nach Mutterschutz und Elternkarenz“ erlassen.

Die TU Wien strebt daher an, für wissenschaftliche Projektassistentinnen den Wiedereinstieg in eine wissenschaftliche Tätigkeit nach Mutterschutz bzw. Elternkarenz zu ermöglichen und möchte mit dieser Maßnahme die Anstellung von Wissenschaftlerinnen fördern. Die getroffenen Regelungen dienen dazu, die Rückkehr in die zuvor unterbrochene wissenschaftliche Betätigung zu erleichtern und Perspektiven für eine weitere berufliche Laufbahn zu entwickeln. Die Maßnahmen sollen aber auch für die Projektleiter_innen eine bessere Planung ermöglichen und sie bei etwaigen ungeplanten finanziellen Anforderungen unterstützen.

8. März – Internationaler Frauentag

Der Internationale Frauentag am 8. März ist Anlass, allen Frauen, die an der TU Wien in der Forschung, Lehre und in Dienstleistungseinrichtungen arbeiten, ein Dankeschön auszusprechen und ihnen zu ihren Erfolgen zu gratulieren. Auch heuer lud Anna Steiger, Vizerektorin für Personal und Gender, wieder zum mittlerweile schon traditionellen Frauenfrühstück ein. Zahlreiche Kolleginnen nutzen die Gelegenheit, um sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und den Frauentag zu feiern.

Frauenspuren

Die Website www.frauenspuren.at bietet Einblicke in das Leben und den Werdegang von Technikerinnen aus über 90 Jahren Frauengeschichte an der TU Wien. Durch Einblicke in Lebensrealitäten, motivierende Ratschläge und die ausgestrahlte Begeisterung für ihre Berufe machen die interviewten Wissenschaftlerinnen jungen Frauen Mut, ihren Begabungen und Talenten zu folgen. Aufgezeigt werden die Vielfalt technischer Berufe, die bunte Palette an Forschungsfeldern und die spannenden Zukunftsaussichten, die eine technische Ausbildung für Frauen eröffnet.

Bilder TU-Frauenpreis: © TU Wien |  Matthias Heisler

Schreibe einen Kommentar