Lehre
Nr. 43

Leserbrief

Stefan Jakubek | Institut für Mechanik und Mechatronik

Als Reaktion auf einen Artikel in der Tageszeitung „Die Presse“ vom 21. Juni 2017 hat Prof. Stefan Jakubek, Vorstand des Instituts für Mechanik und Mechatronik, folgenden Leserbrief an die Zeitungsredaktion gesendet.

S.g. Damen und Herren,

am 21. Juni wurde in Ihrer Zeitung unter der Schlagzeile „721 Prüflinge – nur 19 davon positiv” ein Artikel über die Prüfungssituation im Fach „Mechanik”, eines der anspruchsvollen Kernfächer des Maschinenbaus veröffentlicht. Darin wird unter anderem unterstellt, dass seit Jahren mehr als 90 Prozent der Prüfungen negativ bewertet würden. Im aktuellen Semester würde die Durchfallquote gar einen Wert von 97 Prozent erreichen. Diese von Ihnen veröffentlichten Zahlen sind schlichtweg falsch. Im aktuellen Semester wurden zudem noch gar keine Zeugnisse ausgestellt, sodass eine Durchfallquote noch gar nicht vorliegen kann.

Diese Falschmeldungen sind vergleichsweise harmlos, bedenkt man, dass in dem Artikel auch der schwerwiegende Vorwurf der „persönlichen Angriffe gegenüber Studierenden“ vollkommen unrecherchiert abgedruckt wird.

Die teilweise langen Korrekturzeiten der Prüfungen sind indes dem inzwischen eklatanten Personalmangel in der universitären Lehre geschuldet. So müssen in den kritisierten Fächern vier Professoren das Wissen von weit mehr als 700 Studierenden nach universitären Qualitätsrichtlinien überprüfen.

Es wäre wünschenswert, wenn man die Inhalte eines solchen Artikels in Hinkunft gründlicher recherchieren könnte. Denn in der vorliegenden Form werden der Öffentlichkeit hauptsächlich persönliche Unterstellungen der Universitätsvertretung der Studierenden (HTU) geliefert. Letztere wurde bei einer Wahlbeteiligung von 30,5% zudem von weniger als einem Drittel der Studierenden offiziell legitimiert.

Univ. Prof. Dr. Stefan Jakubek, Vorstand des Instituts für Mechanik und Mechatronik

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