Rundschau
Nr. 46

Otto Wagner, Klassik und Ballett: Unsere Kulturtipps

Doris Hotz | Institut für Diskrete Mathematik und Geometrie
Nupßdorfer Wehr
© Wolfgang Thaler/Wien Mueum

Otto Wagner

Das Otto Wagner Jubiläum wird (siehe auch den Artikel des TU-Archivs) im Wien Museum mit einer facettenreichen Ausstellung groß gefeiert, unter anderem wird er hier als Visionär von Wien als Großstadt vorgestellt.

Mit zahlreichen Bildern und vielgestaltigen Objekten werden sein Werdegang und sein Werk beleuchtet. Schülerarbeiten, frühe stadtplanerische Projekte, opulente Pläne für säkulare und profane sowie viele auch nicht gebaute Repräsentationsstätten werden gezeigt. Skizzen für kaiserliche Festveranstaltungen, ein Modell des „Großen Projekts“ von 1903 für ein Stadtmuseum am Karlsplatz, ein Modell der Stadtbahnbögen, Design-Entwürfe, beispielsweise für die Keramik-Fassade des Majolikahauses bei der U4-Haltestelle Pilgramgasse, mehrere Original-Sessel, sogar ein Kasten und Fotos von Einrichtungsgegenständen aus seiner Privatwohnung zeigen seine Vielseitigkeit.

Die Planung der Stadtbahn mit ihren Pavillons – zwei davon sind als Dependancen des Wien Museums jederzeit zu besichtigen – war eines von Wagners Großprojekten. Nebenbei erfährt man hier, dass die Original-Farbe der auch heute noch im U-Bahn-Bereich gebräuchlichen Otto-Wagner „Sonnenblumen-Gitter“ nicht das inzwischen berühmte Grün, sondern ein gelbliches Weiß war. Für den Ausstellungsbesuch braucht es Zeit und es macht Freude, sich in Details zu vertiefen.

Wagners weitverzweigtes Netzwerk wurde recherchiert – und dabei auch auf die wichtige Rolle seiner Frau hingewiesen. Wagner wird als Neuerer präsentiert, für den die Funktion eines Gebäudes zentraler Gestaltungsauftrag ist, was besonders bei der Kirche am Steinhof und der Postsparkasse zu Geltung kommt.

„Etwas Unpraktisches kann nicht schön sein“ schreibt er in einem Handbuch für seine Studierenden an der Akademie der bildenden Künste. Heute wie damals hat das „Neue“ zuerst einmal Anstoß erregt – in einer Karikatur tröstet der große Fischer von Erlach den jungen Kollegen Wagner: „… ich habe die Karlskirche erbaut und das Wiener Stadtbild zu meiner Zeit auch so verschandelt wie sie. In hundert Jahren gefällt’s den Leuten dann ausgezeichnet.“

Das Wien Museum ist täglich, außer montags, von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ebenso wie der Otto Wagner Pavillon am Karlsplatz. Den prachtvoll restaurierten Hofpavillon in Hietzing kann man an Wochenenden von 10-13 und 14-18 Uhr besichtigen. Im Hofmobiliendepot ist bis zum 7. Oktober „Wagner, Hoffmann, Loos und das Möbeldesign der Wiener Moderne. Künstler, Auftraggeber, Produzenten“ zu sehen. „POST OTTO WAGNER. Von der Postsparkasse zur Postmoderne“ wird im MAK von 30. Mai bis zum 30. September 2018 gezeigt.
Im Rahmen der Ausstellung des Technischen Museums „Stadtverbindungen. Wien- Bratislava“ ist „Otto Wagner und die Wiener Stadtbahn“ ein Highlight.

Infos unter: www.wienmuseum.at, www.hofmobiliendepot.at, unter www.mak.at und www.technischesmuseum.at

Ballett – Tanz – ein kleiner Überblick

Warum nicht einmal ins Ballett, zu einer Tanz-Aufführung gehen? Im Sommer strömt das Publikum zuhauf in musikalische Freiluftaufführungen, vor einem Besuch der Staatsoper schrecken allerdings viele zurück, weil das „zu teuer“ sei und weil sie einen Smoking-Zwang fürchten. Dabei hat sich bereits vieles geändert: Wer heutzutage in „normaler“ Kleidung am ehrwürdigen Haus am Ring erscheint – also nicht in „Ruderleiberl und Turnschuhen“ – ist willkommen. Außerdem gibt es schon Plätze zu moderaten Preisen, wenn auch nicht in den vorderen Reihen. Man muss aber schnell sein und sich frühzeitig Karten sichern.

Und Ballett? Diese Kunstform wurde von Operndirektor Dominique Meyer in den letzten Jahren sehr gefördert – und das trägt nun Früchte. Es sind einige wunderbare, im wahrsten Sinne des Wortes bezaubernde Aufführungen entstanden, die auch Ballett-Unkundigen einen intuitiven Zugang erlauben. Gerade wenn man mit Freunden unterwegs ist, deren Muttersprache nicht in den Übertiteln in der Staatsoper angezeigt wird, bietet sich eine Ballettaufführung an. Man hat die Auswahl zwischen „Giselle“ und „Raymonda“, zwei „klassischen“, märchenhaften Stücken der Ballettgeschichte, die beide auf den zaristischen Ballettmeister Marius Petipa zurückgehen, und zwei Stücken, bei denen jeweils mehrere moderne Choreographen an einem Abend präsentiert werden: Mit „Balanchine/Neumeier/Robbins“ werden amerikanische Tanz-Klassiker und mit „MacMillan/ McGregor/Ashton“ wird britische zeitgenössische Tanzkunst dargeboten – mit viel Power und Humor.

www.wiener-staatsoper.at

An der Volksoper sind derzeit drei beliebte Tanzaufführungen im Repertoire: „Maria-Antoinette“, die Aschenputtel-Geschichte „Cendrillon“ und eine Wiederaufnahme von „Ein Sommernachtstraum“.

www.volkstheater.at

Im Theater an der Wien, kann man ab 7. Mai 2018 „Die Möwe“, frei nach Tschechow, mit Musik von Schostakowitsch, Tschaikowski und Skriabin in der Choreographie von John Neumeier erleben.

www.theater-wien.at

In St. Pölten ist das Festspielhaus schon seit geraumer Zeit Anziehungspunkt für Freund_innen des Tanzes, die hier exzellente Gastspiele geboten bekommen: Das renommierte Cloud Gate Dance Theatre aus Taiwan am 5. Mai 2018 und die Akram Khan Company am 17. Mai 2018 versprechen wieder einmal Höhepunkte des modernen Tanzes zu werden. Es gibt einen Shuttle-Bus von Elite-Tours, der an der Wiener Staatsoper abfährt.

www.festspielhaus.at

Eine bilderreiche Verschmelzung zwischen traumartigen Schaupielsequenzen und Ensemble-Tanz findet man in der die Trilogie „Fidèles d’amour“ des Serapionstheaters im Odeon in der Taborstraße.

www.odeon.at

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