Rundschau
Nr. 45

Renaissance, Wiener Moderne, Meisterwerke der Architekturzeichnung: Unsere Kulturtipps

Doris Hotz | Institut für Diskrete Mathematik und Geometrie
Secessionsplakat
KOLOMAN MOSER, Plakat für die XIII. Ausstellung der Wiener Secession, 1902 © Leopold Privatsammlung, Foto: Leopold Museum, Wien

Nicht nur bei der TU werden die Gebäude renoviert, auch die Akademie der bildenden Künste am Schillerplatz wird runderneuert. Dafür musste nicht nur die Akademie selbst mit Verwaltung und Lehrbetrieb umziehen, sondern auch deren Gemäldesammlung. Sie ist derzeit im Theatermuseum am Lobkowitzplatz zu besichtigen. Das Weltgerichts-Triptychon von Hieronymus Bosch, eines der bedeutendsten Kunstwerke aus der Zeit um 1500, wird dort mit den Werken eines heutigen Künstlers kommentiert: „Bosch und Burgert – Korrespondenzen“. Die Sammlung hat natürlich noch mehr zu bieten, beispielsweise Werke von Lukas Cranach dem Älteren, Tizian, Guardi, Rubens, Rembrandt und van Dyck. Es lohnt sich, sie in ihrer neuen Umgebung zu besuchen – und bei der Gelegenheit auch einen Blick in die verkleinerte Ausstellung des Theatermuseums zu werfen.

Täglich geöffnet von 10:00-18:00 Uhr
www.theatermuseum.at

Nur noch bis 25. Februar sind die „Meisterwerke der Architekturzeichnung aus der Albertina“ zu besichtigen. Die Ausstellung gibt bewusst einen sehr breiten Überblick über das Feld der Architekturzeichnung. Einerseits werden verschiedene Formen der Architekturzeichnung dargestellt, vom „genialischen“ Entwurf – am Beispiel des von Hans Hollein auf die Rückseite einer 20-Schilling-Note hinskizzierten Flugdachs für die Albertina – bis zu technischen Zeichnungen und Darstellungen, die potentielle Investoren für ein Projekt interessieren sollten. Andererseits bietet die Ausstellung auch einen Gang durch 500 Jahre Architekturgeschichte, wobei Ringstraßenarchitektur und Otto Wagners Entwürfe für die Stadtbahn besonders stark vertreten sind. Die Ausstellung eignet sich gut für einen Besuch mit Freunden, die nicht alle die gleichen Interessen haben müssen: Freunde technischer Zeichnungen kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Genießer romantischer Gartengestaltung oder Jugendstil-Liebhaber.

Täglich geöffnet von 10:00-18:00 Uhr, Mi und Fr 10:00-21:00 Uhr
www.albertina.at

„Wien um 1900“ ist immer ein Schwerpunkt im Leopold Museum. Bis Juni zeigt man hier Werke von Klimt Kokoschka und Gerstl in neuen Zusammenhängen. Ab 23.2. widmet sich eine neue Schiele-Ausstellung besonders seinen expressionistischen Jahren 1910–1914. Aus konservatorischen Gründen werden die dort ausgestellten Papierarbeiten nach einiger Zeit gegen andere ausgetauscht, weshalb sich für Kenner ein dreimaliger Besuch lohnen wird.

Täglich geöffnet (außer Di) von 10:00-18:00 Uhr, Do 10:00-21:00 Uhr
www.leopoldmuseum.org

Im Akademietheater kann man sich derzeit bei „Willkommen bei den Hartmanns“, einem Familienstück für Menschen von 12-99 Jahren, auf amüsante Weise mit dem Thema „Flüchtlingskrise – was, wenn eine gutsituierte Familie einen Asylwerber aufnimmt“ auseinandersetzen. Es ist das, was man früher „Problemstück“ nannte: die Protagonisten sind Figuren mit hohem Wiedererkennungswert, die das Thema aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln darstellen. Da gibt es einiges zum Lachen – und viel zum Nachdenken und Reden, danach.

www.burgtheater.at

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