Rundschau
Nr. 51

Kunst anfassen

Doris Hotz | Forschungsbereich Angewandte Geometrie

Zum Abrunden der Feiertage: Kunst zum Greifen nah!

MUMOK

Alfred Schmeller – das Museum als Unruheherd

Ungeheuren Spaß macht der Besuch der Ausstellung „Alfred Schmeller – das Museum als Unruheherd“. Hier kann man zum Beispiel auf einer weißen Fläche mit riesigen Luft-Bällen herumtollen. Es handelt sich dabei um die Arbeit Riesenbillard von Haus-Rucker-Co aus dem Jahr 1970. Schmeller war in den 1970er Jahren Direktor des „Museums des 20. Jahrhunderts“, dem heutigen mumok. Mit dieser Ausstellung wird aufgezeigt, wie er damals, etwa mit dem Slogan „Der Prater ist geschlossen. Kommen Sie ins Museum!“, neue Wege in der Kunst-Präsentation ging und auch die Ankaufspolitik des Hauses prägte.

www.mumok.at/de/node/72734

Kunsthalle am Karlplatz

„Nine Buildings, Stripped“

In „Nine Buildings, Stripped“ erleben wir in der Kunsthalle am Karlplatz neun Skulpturen von Andreas Fogarasi, der uns vor allem als Fotograf bekannt ist. Sie sind einerseits ästhetisch ansprechend, andererseits auch so etwas wie eine Baumaterial-Dokumentation. Sie bestehen aus Bruchstücken abgerissener Gebäude sowie aus Elementen genau jener Neubauten, die an ihrer Stelle entstanden sind. Als Appetizer zu dieser Ausstellung ist schon beim U-Bahn-Aufgang zur Kunsthalle eines dieser kleinen Material-Pakete an der Wand angebracht. Zur U-Bahn-Passage an der Oper gibt es in der Schau auch eine interessante Enthüllung: Die rotbraun-weißen Muster auf den großen runden Säulen beziehen sich auf einen früher dort vorhandenen Linoleum-Belag. Das erfährt man aus dem Heftchen, das die Ausstellung begleitet.

www.kunsthallewien.at/#/de/ausstellungen/andreas-fogarasi-nine-buildings-stripped

Naturhistorischen Museum

Fly me to the Moon – eine Annäherung mit allen Sinnen

Die neue Mond-Ausstellung im Naturhistorischen Museum ist ideal, um mit der ganzen Familie einen Regentag im Museum zu verbringen. Selbst wenn man einen Tag mit langen Öffnungszeiten (z. B. Mittwoch 9:00–21:00) wählt, wird es garantiert nicht langweilig. Abgesehen von den sehenswerten Dauerausstellungen kann man sich nun auf vielfältige und neuartige Weise mit dem Erdtrabanten auseinandersetzen. Echtes Mondgestein darf man berühren, ein „Mondduft“, kreiert aus den Gerüchen von am Mond vorkommenden Mineralien, alte Modelle, die die Umkreisung der Sonne durch die Erde und deren Umkreisung durch den Mond zeigen, historische Fernrohre, Mondkarten, Kunst, die sich mit dem Mond beschäftigt, auch Lyrik, Videos, Malerei und Musik, sowie als technischer Höhepunkt eine Sound-und-3-D-Installation von Laurie Anderson sorgen für anhaltendes Interesse. Man erfährt, dass es am Mond zwischen minus 233 und plus 123 Grad Celsius haben kann und dass der Vollmond die Nacht zehnmal so hell macht wie ein Halbmond. Außerdem kann man sich in einem Strandkorb vor einem Video ausruhen, in dem die Gezeiten im Schnelldurchlauf Schiffe heben und senken, und darüber meditieren, welche Auswirkungen die Präsenz des Mondes wohl auf die Lebewesen dieser Erde hat.

www.nhm-wien.ac.at/mond/blog

Theatertipps

Dorian Gray – Die Auferstehung, Kinderfressen leicht gemacht und Die Stühle

Weiterlesen bei „Theater genießen“: https://freihaus.tuwien.ac.at/kulturtipps-51-theater

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