Menschen
Nr. 37

Erweiterte Pflegefreistellung zur besseren Vereinbarkeit bei Betreuungsbedarf

Ute Koch | Stabstelle Arbeitsrecht

Erasmus Langer (Betriebsrat für das wissenschaftliche Universitätspersonal), Ute Koch (Stabstelle Arbeitsrecht), Rektorin Sabine Seidler, Ewald Haslinger (Betriebsrat für das allgemeine Universitätspersonal), Bernhard Koller (Betriebsrat für das allgemeine Universitätspersonal), Vizerektorin Anna Steiger (v.l.n.r.)

In der Workshopreihe „Arbeitsplatz Universität“ wurden zum Thema „Vereinbarkeit gestalten“ Unterstützungsmaßnahmen für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf erörtert.

Dabei standen die Themen Pflegebedürftigkeit und Betreuungspflichten von Familienangehörigen im Mittelpunkt. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu sind nicht in allen Fällen ausreichend.

Die Ergebnisse dieser gemeinsamen Gespräche wurden vom Rektorat der TU Wien und von den Betriebsräten des wissenschaftlichen und des allgemeinen Personals zum Anlass genommen, um eine wesentliche Verbesserung bei der Pflegefreistellung zu erreichen: Am 17.12.2015 unterzeichneten die Rektorin und die Vorsitzenden beider Betriebsräte die Betriebsvereinbarung zur erweiterten Pflegefreistellung.

Die Betriebsvereinbarung gewährt allen Mitarbeiter_innen der TU Wien die Möglichkeit einer Pflegefreistellung auch für nahe Angehörige, die nicht im selben Haushalt leben.

Die Pflegefreistellung kann für die notwendige Pflege oder für die notwendige Betreuung einer/eines nahen Angehörigen in Anspruch genommen werden. Mitarbeiter_innen können somit beispielsweise ihre betagten Eltern oder Großeltern zum Arzt begleiten, auch wenn diese meist nicht im selben Haushalt wohnen.

Die Höchstdauer der Pflegefreistellung beträgt innerhalb eines Arbeitsjahres maximal das Ausmaß der regelmäßigen Wochenarbeitszeit. Die Pflegefreistellung kann bei Bedarf aber auch in Stunden konsumiert werden.

Die Betriebsvereinbarung zur erweiterten Pflegfreistellung soll Mitarbeiter_innen dabei unterstützen, familienbedingte Pflege- und Betreuungszeiten außerhalb der gesetzlichen Voraussetzungen in Anspruch nehmen zu können, um somit berufliche Herausforderungen und die Verantwortung für Angehörige in Einklang zu bringen.

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