Menschen
Nr. 42

Die Perle des Nordens

Albert Hiesl | Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe
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Reine

Albert Hiesl vom Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe nimmt uns auf seine Reise nach Skandinavien mit.

Skandinavien also. Schon immer fasziniert von der vielfältigen Natur standen neben den pulsierenden, modernen Städten ganz oben auf unserer Reiseliste die Lofoten, eine Wal-Safari in Andenes, wandern und die Natur genießen. Und so haben wir uns auf die äußerst ambitionierte Route Bergen – Oslo – Bodø – Lofoten – Andenes – Narvik – Helsinki – Stockholm geeinigt. Drei Wochen haben wir uns dafür Zeit genommen. Fazit: Viel zu kurz.

Los ging unsere Reise in Bergen. Die Stadt ist ein perfekter Ausgangpunkt für Wanderungen, um die umliegenden Fjorde (Hardangerfjord, Osterfjord) per Mietauto zu entdecken oder ganz einfach die nordische Kultur und Herzlichkeit aufzusaugen. Die erste Wanderung führte uns vom Ulriken zum Floyen, beide sehr einfach von Bergen zu erreichen. Belohnt wird man während dieser 3- bis 4-stündigen Wanderung mit einer einzigartigen Aussicht – sofern es nicht regnet oder nebelverhangen ist. Der Eindruck täuscht nicht, Bergen hat 300 Regentage pro Jahr! Wir hatten jedoch das Glück neben Bergenschen Nieselregen auch die schönsten und ewig andauernden Sonnentage zu erleben. Bergen ist ein beschauliches Städtchen. Nordisch, anders, wunderschön und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Weiter ging die Reise mit dem Zug nach Oslo. Viele behaupten, dass dies eine der schönsten Bahnstrecken der Welt sei. Dem ist nichts hinzuzufügen. Die Strecke ist allerdings auch sehr beliebt – deswegen sollte man unbedingt rechtzeitig reservieren. Das hatten wir natürlich nicht. Mit viel Glück und österreichischem Charme konnten wir dennoch einen Sitzplatz ergattern und so die atemberaubende Aussicht genießen.

Nach zwei Nächten in Oslo ging es rein in den Flieger und rauf nach Bodø. Bodø liegt schon über dem Polarkreis und ist ideal, um per Fähre auf die Lofoten zu gelangen. Schon die ersten Eindrücke haben unsere Erwartungen an diese Inselgruppe übertroffen. Rau, ursprünglich und malerisch präsentierten sich die Lofoten bei unserer Ankunft. Obwohl Anfang Juli lag auf den Bergen noch Schnee und auch der Wind war etwas unangenehm. Kleidungstechnisch sollte man darauf vorbereitet sein!

Unsere erste Station auf den Lofoten war das kleine Fischerdörfchen Reine, der ideale Ausgangspunkt um den raueren Süden der Insel zu bereisen. Wandern, Bootstouren oder einfach die Seele in einer gemieteten „Rorbu“ baumeln lassen. Neben Bergen und saftigen Wiesen haben die Lofoten auch außergewöhnliche Strände zu bieten, welche durch das eiskalte Wasser aber nur für wirklich hartgesottene zum Baden geeignet sind. Ein Strand der Superlative ist der Bunes Beach, welcher ideal für einen Tagesausflug ist. Von Reine ging es mit öffentlichen Bussen nach Svolvaer. Sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Lofoten fortzubewegen ist sehr planungsintensiv, da die Busse nur sporadisch verkehren, relativ teuer dafür aber recht bequem und verlässlich sind. Svolvaer ist die Hauptstadt der Lofoten und etwa halb so groß wie Gänserndorf. Nichtsdestotrotz kann man von hier aus sowohl Richtung Norden als auch Richtung Süden unzählige Highlights der Insel entdecken. Kabelvag, das Vikinger Museum in Borg, die Strände in Unstad, Haukland oder Uttakleiv oder über gefühlte 1000 „Bogenbrücken“ nach Henningsvaer gelangen. Insgesamt wurden wir auf den Lofoten mit Ruhe, Einsamkeit und wunderbarer Natur belohnt.

Auf unseren Aufenthalt in Svolvaer folgte das Highlight unserer Tour: Die Wal-Safari in Andenes, zugleich der nördlichste Punkt unserer Reise. Wir hatten hoch gepokert und alles auf einen Termin gesetzt und konnten somit nur hoffen, dass es das Wetter ermöglicht aufs Meer hinauszufahren. Wir hatten doppelt Glück: Das Wetter spielte mit und die Pottwale waren in Poserlaune. Das Gefühl die Riesen des Meeres aufzuspüren und dann in freier Wildbahn beobachten zu dürfen, ist unbeschreiblich. Wenn sie auftauchen, sich sehen lassen und schließlich wieder abtauchen und ihre Schwanzflosse in die Luft steigt, ist das ein unglaubliches Naturschauspiel. Das ist jedem zu empfehlen, der einen nicht zu rebellischen Magen hat. Denn so manchem tut die Reise mit einem kleinen, schwankenden Boot nicht gut und auch Wind und Kälte sind nicht zu unterschätzen.

Da die Tage im Sommer so weit im Norden nie enden, durften wir ein weiteres außergewöhnliches Naturschauspiel erleben: Die Mitternachtssonne, welche unser Zimmer auch in der Nacht taghell erleuchtete. Die besondere Farbstimmung erweckt unbeschreibliche Glücksgefühle und für uns waren es besondere Momente zu dieser Zeit am Strand von Bleik spazieren zu können. Für einen guten Schlaf sind jedoch unbedingt lichtdichte Rollos oder Vorhänge zu empfehlen.

Eine mehrtägige Bus- und Zugreise über Narvik, Lulea, Happaranda und Kemi brachte uns zu unserer vorletzten Station, Helsinki. Nach Sightseeing und einem Wanderstopp im Nuuksio Nationalpark ging es per 16-stündiger Fährüberfahrt weiter nach Stockholm. Der krönende Abschluss einer mit unzähligen Eindrücken gespickten Reise. Die entspannte Hauptstadt am Meer ist immer einen Besuch wert. Die herzlichen Schweden, ein breites Kulturangebot, Erinnerungen an ein unvergessliches Auslandssemester, coole Bars, gemütliche Cafés und der Duft von frischen „Kanelbulle“ und Kaffee stechen besonders hervor. Bei sommerlichen Temperaturen präsentierte sich die „Perle des Nordens“ von ihrer besten Seite und war daher der perfekte Abschluss einer außergewöhnlichen Reise!

Unser Fazit: Skandinavien, wir kommen wieder!

Factbox: DI Albert Hiesl, BSc

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Albert Hiesl ist Projektassistent an der Energy Economics Group (EEG) am Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe und ist hauptsächlich zuständig für die Projektakquise und erfolgreiche Projektabwicklung sowohl als Projektleiter als auch als Projektmitarbeiter. Weiters ist er Teil des Organisationsteams der Energiegespräche als auch der beiden wissenschaftlichen Konferenzen IEWT 2017 und IAEE 2017. Neben den Projekten ist es das Ziel, seine Dissertation zum Thema Photovoltaik, Elektromobilität und stationäre Speicher voranzutreiben.

Bilder: © privat

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