Rundschau
Nr. 40

Buchtipp: Wo die Maschinen wachsen

Florian Aigner | Büro für Öffentlichkeitsarbeit

Die TU-Physikerin Ille C. Gebeshuber verbrachte sieben Jahre in Malaysia. Ihre Forschungen zum Thema Bionik und Nanotechnologie präsentiert sie nun in einem neu erschienenen Buch.

Es ist eine spannende, fremde Welt, in die Ille C. Gebeshuber im Jahr 2008 eintauchen durfte: Sie wechselte damals von der TU Wien nach Malaysia, in ein Land mit großen Urwaldgebieten, exotischen Pflanzen und Universitäten mit engagierten, multiethnischen Forschungsteams. Allerdings musste Ille Gebeshuber bald feststellen, dass die technische Ausstattung der Labors mit europäischen Standards doch nicht ganz mithalten konnte – einen Ersatz für die High-Tech-Mikroskope, mit denen sie bisher gearbeitet hatte, fand sie dort nicht vor.

Also beschloss Gebeshuber, sich auf das Positive zu konzentrieren: Sie hatte in Malaysia vielleicht nicht das beste High-Tech-Labor zur Verfügung, aber dafür das größte, bunteste und abwechslungsreichste Labor der Welt: Den Urwald.

Bionik: Lernen von der Natur

In zahlreichen Dschungelexpeditionen – nicht nur in Malaysia, sondern im Lauf der Zeit auch in anderen tropischen Ländern – lernte sie die bemerkenswerten Eigenschaften der Tiere und Pflanzen des Regenwalds kennen. Dabei erkannte sie, in wie vielen Bereichen sich die Technik Inspiration und Ideen aus der Natur holen kann: Mit Pflanzen kann man Bergbau betreiben. Schmutzabweisende Oberflächen können Schmetterlingsflügeln nachempfunden werden. Algen, die Glas produzieren, und Bakterien, die Magnete erzeugen, sind Vorbilder für umweltfreundliche Alternativen für Computer und Handys. Bionik ist zu einer Forschungsdisziplin geworden, von der unterschiedlichste Industriezweige profitieren können.

In ihrem Buch gibt einen Einblick in den aktuellen Stand dieser faszinierenden Wissenschaft und beschreibt ihre Begeisterung für die bunte Welt des Dschungels und dessen Möglichkeiten, natürliche Grundlagen für die Forschung zu liefern.

Zum Buch

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Ille C. Gebeshuber © Claudia Meitert/carolineseidler.com 

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