Menschen
Nr. 36

Ausgezeichnet

TU|frei.haus-Redaktion

Mehrere Angehörige der TU Wien wurden für besondere Leistungen ausgezeichnet. Hier ein Auszug der Preisträger_innen. Wir gratulieren!

Wissenschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner zeichnete am 19. Juni 2015 Prof. Inge Troch vom Institut für Analysis und Scientific Computing mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse für ihre Verdienste um Naturwissenschaft und Technik aus. Inge Troch war eine der ersten Professorinnen, sie ist eine Vorreiterin der interfakultären Zusammenarbeit und der interdisziplinären Forschung.

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Prof. Helmut Rauch vom Atominstitut wurde der diesjährige Walter Hälg Preis der „European Neutron Scattering Association“ verliehen. Dieser Preis gilt als die höchste Auszeichnung der Neutronenphysik. Die Zuerkennung erfolgte aufgrund seiner vielbeachteten Arbeiten auf dem Gebiet der experimentellen Neutronenphysik, insbesonders im Bereich der Neutronenoptik und speziell für die Entwicklung des ersten Neutroneninterferometers. Dieses wurde 1974 erstmals am TRIGA Reaktor des Atominstituts erprobt und anschließend weltweit für neuartige Quantenexperimente eingesetzt. Zahlreiche neuartige Quantenexperimente wurden dadurch realisierbar und die angesprochene Technik wurde später für andere Teilchen (Atome, Moleküle, Cluster) übertragen. Dazu gehören Experimente zum Schrödinger Katzenphänomen, zur Quanten-Nichtlokalität, zur Quanten-Kontexualität und zum Cheshire Katzen Phänomen. Den Großteil der Experimente hat Rauch am Hochflussreaktor in Grenoble durchgeführt.

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Prof. Ingeborg Hochmair-Desoyer und Prof. Erwin Hochmair sind beide Absolvent_innen der Elektrotechnik an der TU Wien und haben herausragende Erfolge im Bereich der Forschung und wirtschaftlichen Umsetzung erreicht. Am 23. September 2015 erhielten sie dafür die Prechtl-Medaille der TU Wien. Cochlea-Implantate können das Hörvermögen von Personen mit mittlerem bis hochgradigem Hörverlust durch elektrische Stimulation des Hörnervs wiederherstellen. Ingeborg Hochmair-Desoyer entwickelte gemeinsam mit Erwin Hochmair und in Zusammenarbeit mit dem Otologen Kurt Burian das erste Multikanal-Gerät, das im Dezember 1977 implantiert wurde. Dieses Gerät stimuliert die Cochlea an 8 Stellen (das heißt, es hatte 8 Kanäle im Gegensatz zu den bekannten einkanaligen Geräten). 1986 gründete das Ehepaar Hochmair eine eigene Firma in Innsbruck, MED-EL, mit Ingeborg Hochmair-Desoyer als Geschäftsführerin. MED-EL ist mittlerweile Marktführer auf dem Gebiet der Hörimplantate mit einem weltweiten Firmennetz. Am Hauptstandort in Innsbruck sind nahezu 2.000 Mitarbeiterinnen in der Forschung, Entwicklung und Produktion beschäftigt.

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Ein einsames Teilchen im leeren Raum ist physikalisch leicht zu beschreiben. Viele eng miteinander wechselwirkende Teilchen in einem Festkörper hingegen sind eine äußerst komplizierte Sache. Prof. Silke Bühler-Paschen vom Institut für Festkörperphysik beschäftigt sich mit Materialien, deren Eigenschaften vom komplexen Zusammenspiel vieler Elektronen und Atome bestimmt werden. Die American Physical Society würdigt ihre wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der „stark korrelierten Elektronensysteme“ nun durch die Ernennung zum „Fellow“.

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Man kennt solche Materialien vom Zahnarzt: Eine zahnfarbene Kunststoff-Paste wird in den angebohrten Zahn gefüllt und dann mit Licht bestrahlt, um die Masse rasch auszuhärten. Bisher verwendete Zahnersatz-Materialien auf Kunststoffbasis sind allerdings recht spröde, ihre Langzeithaltbarkeit ist beschränkt. Dr. Christian Gorsche gehört zum Forschungsteam am Institut für Angewandte Synthesechemie, das gemeinsam mit der Dental-Firma Ivoclar Vivadent AG in Schaan (Liechtenstein) an Komponenten für bessere Zahnersatz-Materialien forscht. In seiner Dissertation konnte er wichtigen Beitrag zu Verbesserungen erreichen, dafür erhält er nun den Resselpreis der TU Wien.

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Dr. Josef Weinbub vom Institut für Mikroelektronik entwickelt Methoden, mit denen sich elektronische Bauteile am Computer simulieren und verbessern lassen. Für seine Leistungen wurde er nun mit dem Anerkennungspreis Wissenschaft des Landes Niederösterreich ausgezeichnet. Übergeben wurde der Preis bei der Wissenschaftsgala des Landes Niederösterreich in Grafenegg am 8. Oktober 2015.

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Prof. Josef Eberhardsteiner, Vizerektor für Infrastruktur, wurde von der acatech Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Präsidiums zum neuen Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) gewählt. Die Wahl erfolgte in Anerkennung seiner weltweit anerkannten Spitzenforschung auf dem Gebiet der Werkstoff- und Struktursimulation im Bauwesen. Die Wahl stärkt nicht nur die Fachgruppe Bauingenieurwesen, sondern auch die österreichische Repräsentanz in der acatech.

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Bilder:
Inge Troch: © Evangelische Kirche, Diözese Wien
Prechtl-Medaille-Gruppenbild: © Thomas Blazina
Silke Bühler-Paschen: © Johannes Braumann | TU Wien
Josef Weinbub: © Klaus Ranger / www.klausranger.at
Josef Eberhardsteiner: © Raimund Appel

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