Rundschau
Nr. 36

HTU: #RefugeesWelcome

Abd El Hamid Lashin | HTU-Vorsitz

Seit mehreren Wochen steht dieser Hashtag für eine solidarische Welle in der Bevölkerung. Seit mehreren Wochen macht kaum ein anderes Thema durchgehend so viele Schlagzeilen. Auch an der TU Wien hat sich zu diesem Thema viel getan.

#Traiskirchen

Im August wurden die ersten dramatischen Meldungen aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen veröffentlicht. Gemeinsam mit KollegInnen anderer Hochschulvertretungen haben wir beschlossen, lokale Spendensammelstellen an den eigenen Unistandorten einzurichten und einen Spendenaufruf gestartet. Die Resonanz unter den Studierenden und MitarbeiterInnen war überwältigend. Innerhalb von 1 Woche hatten wir an der HTU genug Sachspenden um zwei Mal nach Traiskirchen zu fahren.

Mit 20 HelferInnen konnten wir vor Ort den Inhalt von zwei vollen Bussen unter den Flüchtlinge verteilen. Der Bedarf an Spenden war enorm. Es mangelte dort sichtlich an allem: Wasser, Essen, Hygieneartikel für Babys und Taschen, um das wenige Hab und Gut tragen zu können. Als DolmetscherIn vor Ort kommt man auch ins Reden; das Schicksal jeder einzelnen Person dort ist schrecklich und berührt einen sehr. Sie haben viel Leid auf sich genommen, um hierher zu kommen. Sie sind dankbar dafür, in Sicherheit zu sein. Sie sind aber auch sehr bescheiden; lieber verzichten sie auf etwas, als dass jene, denen es noch schlechter geht, nichts bekommen.

#TrainOfHope

Zurück in Wien, überwältigt von den Eindrücken, war der Entschluss für alle klar: Wir müssen den Flüchtlingen helfen, wir müssen die Hilfsaktion größer aufziehen, wir brauchen mehr Spenden. Unser Spendenaufruf geht daher in die zweite Runde. Nahezu zeitgleich hebt Deutschland die Umsetzung der Dublin-III Verordnung für syrische Flüchtlinge auf.

Eine große Welle an schutzsuchenden Menschen macht sich auf dem Weg quer durch Europa über Österreich nach Deutschland. Privat organisierte HelferInnen fangen an, an den Bahnhöfen eine Notversorgung aufzubauen. Wir haben am Hauptbahnhof dringend benötigte Spenden gegen Spenden getauscht, die im Übermaß vorhanden waren und uns so gegenseitig geholfen.

#Roeszke

Kaum ist eine Woche vergangen, als sich eine humanitäre Katastrophe an der ungarisch-serbischen Grenze anbahnte. Nach mehreren Gesprächen mit Leuten vor Ort war klar, dass wir einen medizinischen Konvoi in die Grenzregion organisieren wollen. Mit Hilfe von 21 freiwilligen HelferInnen, darunter 4 ÄrztInnen und Medizinstudierende, voll beladen mit hunderten von Decken, Jacken, Zelten, Schlafsäcken samt Isomatten und medizinischen Gütern im Wert von mehreren tausend Euro, wurde an einem Wochenende Mitte September in Rözske und Ásotthalom eine medizinische Notversorgung bereitgestellt. Die Lage vor Ort war kaum in Worte zu fassen.

Bilder:
Traiskirchen: © Abd El Hamid LASHIN
Röszke: © Sarah SCHOBER

#WieGehtsWeiter

Wir werden weiter den Flüchtlingen helfen. Es ist jedoch nun an der Zeit unsere Projekte an unseren eigentlichen Kompetenzbereich, der Bildung, anzupassen. Einen guten Anfang macht das UNIKO Projekt “more”. Alle Infos zu unseren laufenden Projekten zu diesem Thema findet man auf https://htu.at/Refugees

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